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Wichtige Anhaltspunkte Gefunden Zum Geheimnis Länger zu Leben (Neue Studie Über Telomere)

Ein wichtiger Weg, die Lebenserwartung mit genetischen Merkmalen in Zusammenhang zu bringen, ist in einer neuen Studie über Telomere gefunden worden. Eine Gruppe von Mitarbeitern vom San Francisco Campus der University of California (UCSF) und Kaiser Permanente entdeckte, wie die Chromosomenenden durch DNA-Teile geschützt werden. Die Länge dieser, als Telomere bekannten, Teile hängt mit der Verschlechterung der Gesundheit zusammen. Am 8. November 2012 präsentierten sie ihre Ergebnisse an der Jahresversammlung der American Society of Human Genetics in San Francisco. Die Daten legen nahe, dass Telomere während des Alterns kürzer werden. Es steht noch offen, ob ein direkter Zusammenhang zwischen den kürzeren Stücken des genetischen Materials und den Ursachen altersbedingter Krankheiten besteht, oder ob es einfach nur ein Anzeichen dafür ist, dass der Mensch älter wird. Die Studie betrachtete 100.000 Versuchspersonen aus verschiedenen Ethnien mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren. Nach Aussage von Catherine Schaefer, Ph.D., Direktorin des Kaiser Permanente Forschungsprogramms über Gene, Umwelt und Gesundheit, zeigten die Forschungsergebnisse einen Zusammenhang zwischen der Länge der Telomere und der Sterblichkeit, unabhängig von anderen Faktoren, einschliesslich Demografik, Bildungsgrad und Verhaltensweisen wie Alkohol- oder Zigarettenkonsum.

Die Forschungsarbeit zur Messung der Telomerlänge wurde unter der Führung von Elizabeth Blackburn, Ph.D., einer Nobelpreisträgerin und Professorin an der UCSF, durchgeführt. Die Hauptforschungsarbeit wurde vom Direktor des Institute for Human Genetics an der UCSF, Neil Risch, Ph.D.  und Dr. Schaefer durchgeführt, als Teil der Genetic Epidemiology Research Study on Adult Health and Aging (GERA). Als Teil dieses Projektes hat Northern California Kaiser Permanente elektronisch aufgezeichnete Gesundheitsdaten von 100.000 Patienten mit 675.000 genotypisierten Markern verbunden. Freiwillige gaben Zugang zu ihren Krankenakten sowie Speichelproben zur Genotypisierung der DNA und Messung der Telomere.

Untersuchungen die Verhaltensweisen und Demographik der Freiwilligen betreffend, die möglicherweise die Gesundheit beeinträchtigen könnten, waren zwei Jahre vor den Probenahmen durchgeführt worden. Dies sollte dazu beitragen, Fragen bezüglich der Epidemiologie der Telomere und des Alterungsprozesses zu betrachten.

Dr. Schaefer sagte aus: „Mit diesen Daten untersuchten wir demografische Beziehungen mit der Telomerlänge, Einflüsse der Verhaltensweisen und die Beziehung der Telomerlänge mit allen Todesursachen nach den Probenahmen.“ Sie fügte hinzu: „Obwohl wir herausge-funden haben, dass eine Verbindung besteht zwischen unterdurchschnittlich kurzen Telomeren und künftiger Mortalität, waren nur diejenigen mit den kürzesten Telomeren einem erhöhten Todesrisiko ausgesetzt.“

„Während dies eine direkte Auswirkung der Telomerlänge auf die Gesundheit andeuten könnte, wird es auch wichtig sein, das Ausmass bereits bestehender Krankheiten bei diesen Personen zu untersuchen, um deren mögliche Rolle bei der biologischen Verbindung zwischen Telomerlänge und Langlebikeit zu verstehen,“ sagte Dr. Risch.

Als die Analysen auf Alter und Geschlecht überprüft wurden, fanden die Forscher, was sie erwartet hatten, sagte Dr. Risch. Bei älteren Menschen waren die Telomere kürzer und sie waren länger bei Frauen als bei Männern, wobei junge Erwachsene die Ausnahme bildeten.
Dr. Cynthia Morton, Ph.D., Harvards William Lambert Richardson Professorin in der Abteilung für Geburtshilfe, Gynäkologie und Reproduktionsbiologie sagte, obwohl sie nicht an der Studie teilgenommen hatte: „Die GERA-Studie ist besonders beeindruckend wegen ihrer grossen Menge an DNA-Proben und der grossen Ressource an entsprechenden elektronischen, medizinischen Daten von KP-Patienten, und auch wegen der hervor-ragenden Gruppe von Wissenschaftlern, die an der Forschung mitgearbeitet haben.

Die Studie zeigt, dass eine positive Verbindung zwischen der Länge der Telomere und dem Body-Mass-Index sowie dem Bildungsgrad einer Person besteht. Eine negative Beziehung besteht zu Alkohol- und Tabakkonsum, jedoch nicht zu Störungen, die mit Stress oder Depressionen in Zusammenhang stehen. Bei anderen Forschungsarbeiten wurde jedoch eine Beziehung zwischen Depressionen oder Stress und der Länge der Telomeren gefunden. Es besteht eine Beziehung zwischen kürzeren Telomeren und Gefahren wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenfibrose, Depressionen, Diabetes, vaskulärer Demenz, Krebser-krankungen, Osteoporose und  Arthrosen. Der Grund besteht darin, dass die Telomere einzigartige DNA-Sequenzen an den Chromosomenenden in jeder menschlichen Zelle sind. Wenn sie zu kurz sind, ist eine Zellvermehrung nicht mehr möglich. Diese Zusammenhänge wurden auch in anderen Forschungslabors entdeckt, abgesehen von Dr. Blackburn, die 2009 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin mit zwei anderen Forschern gewann.

Die Studie wurde unter dem Titel “The Kaiser Permanente/UCSF Genetic Epidemiology Research Study on Adult Health and Aging: Demographic and Behavioral Influences on Telomeres and Relationship with All-cause Mortality” präsentiert.

Die American Society of Human Genetics (ASHG) ist eine Berufsgruppe von beinahe 8.000 Genetikern aus aller Welt. Die Jahresversammlung ist die grösste ihrer Art in der Welt. 

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